Gefangen im Homeoffice

Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich es toll finde, wenn Firmen ihren Mitarbeitern die Möglichkeit bieten im Homeoffice zu arbeiten. Diese kleine Geschichte aus dem Entwicklerleben möchte ich aber trotzdem niederschreiben. Ich habe lange darüber nachgedacht und ich denke diese Firma hat irgendwas nicht ganz am Homeoffice verstanden (Die Namen sind natürlich verfälscht):

Zu einem Halbleiterbauteil der Firma Supertollhalbleiter hatte ich eine Frage und wollte Informationen einholen. Die Nummer vom technischen Vertrieb hatte ich leider nicht, also mal schnell auf der Homepage der Firma nachgeguckt auf einen Schmierzettel notiert und angerufen:

Düt Düt Düt

A:“Ja, hallo hier Firma Supertollhalbleiter am Apperat Frau Supernett“

B:“Ja, Guten Tag hier ich von der Firma XY, ich hätte eine Frage zu Bauteil XXX und zwar bla blub bla…“

A:“Tut mir leid, da kann ich Ihnen leider nicht weiterhelfen ich habe von der Technik keine Ahnung, ich mache nur Vertrieb“

B:“Oh schade“ (Ich hatte ja nur die Nummer vom technischen Vertrieb angerufen, war ja nicht zu erwarten, dass da jemand Ahnung von den eigenen technischen Produkten hätte …. )

A:“Aber ich kann ihnen ja die Nummer von Herr Superschlau geben, Moment bitte, der sitzt im Homeoffice“

B:“Gerne“

A:“Ok also 05XXXXXXXXXXXX“

Also rief ich bei Herrn Superschlau in seinem Homeoffice an

Düt Düt Düt

C:“Superschlau, Firma Supertollhalbleiter “ (ziemlich miese Tonqualität, klingt als ob das Telefon im Flur liegt, er aber auf dem Klo sitzt)

B:“Ja, Guten Tag hier ich von der Firma XY, ich hätte eine Frage zu Bauteil XXX und zwar bal blub bla …“ (Er hört sich mein ganzes Problem an)

C:“Oh, da sind Sie bei mir falsch. Ich bin nur zuständig für die Bauteile A,B und C. Ich kann Ihnen aber gerade mal die Nummer von meinem Kollegen Herr Zuständig geben“

B:“Gerne“ (schon etwas genervt)

C:“Moment bitte“

Jemand raschelt und wühlt im Hintergrund

(Nach gefühlten 2 Minuten) C:“Ah hier ist die Nummer von seinem Homeoffice, 03XXXXXXXXXXX“

Mein Schmierzettel wird voller und ich überlege mir schon wie das weiter gehen wird. Nach einer kurzen Verabschiedung rufe ich dann Herrn Zuständig an.

D:“Guten Tag, Zuständig, Firma Supertollhalbleiter, was kann ich für Sie tun?“

B:“Ja, Guten Tag hier ich von der Firma XY, ich hätte eine Frage zu Bauteil XXX und zwar …“ (Ich überlege langsam ob ich das nicht auf Tonband aufnehmen sollte)

D:“Nein, tut mir schrecklich leid, dass habe ich abgegeben an meinen neuen Kollegen Herrn Jetztzuständig.“

Ich atme anscheinend hörbar tief ein.

D:“Moment, ich gebe Ihnen direkt die Nummer, er sollte gerade in seinem Homeoffice sein “ … (Bei den Satz ist mir fast der Hörer aus der Hand gefallen)

Ich suche einen freien Platz auf dem Zettel schreibe. Gleichzeitig überlege ich wie kompliziert und teuer eine Rufweiterleitung für eine Firma wohl zu sein scheint.

Herr Jetztzuständig hat eine Handynummer. Ich habe Ihn an diesem Tag noch drei mal probiert anzurufen, ohne Erfolg.

 

Bei meiner Anfrage ging es erstmal um technische Probleme. Wenn die Firma Supertollhalbleiter meine Fragen beantworten könnte, hätte ich deren Produkt gerne eingesetzt.

Einen Tag später habe ich bei der Konkurrenz angerufen. Supertollhalbleiter wird wohl kein Geschäft machen.

 

 

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